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Das Wetter im Monat Oktober

51,3 Grad Temperaturdifferenz!

Felix Blumer
Dienstag, 30. Oktober 2012

Der Oktober 2012 hatte es in sich. Zwischen warmem, fast heissem Spätsommerwetter und eisigem Winterwetter war fast alles mit dabei, und die Bandbreite wurde voll ausgenutzt. In Buchs (SG) gab es einen Monatshöchstwert von 29 Grad, auf dem Jungfraujoch sank die Temperatur auf -22,3 Grad. Insgesamt war es eine Spur zu warm, meist zu grau und in der Regel auch zu nass.

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In diesem Monat konnte praktisch die ganze Garderobe ausprobiert werden. Zwischen T-Shirt-Wetter und Wintermarsch in den Moonboots war nahezu alles zu haben. Zwischen dem 17. und 25. Oktober erlebten wir den Goldenen Oktober in Reinkultur. Weil am 19. Oktober auch noch Föhn mit ins Spiel kam, stiegen die Temperaturen auf Rekordwerte. In Buchs (SG) zeigte das Thermometer einen Höchstwert von 29 Grad, das liegt im Bereich des absoluten Oktober-Temperaturrekordes, aber auch sonst stiegen die Quecksilbersäulen vielerorts auf deutlich mehr als 20 Grad. Vom 23. bis 25. Oktober gab es dann Goldenen Oktober nur noch oberhalb von 1000 bis 1400 Metern. Darunter war es klassischer Herbst mit zähem Hochnebel, der sich an den meisten Orten nicht auflöste. Betroffen waren auch weite Gebiete in den Voralpen und in Nordbünden, die sonst als nebelfrei gelten.

Bild Föhnstimmung am 19. Oktober über dem Walense
Föhnstimmung am 19. Oktober über dem Walensee Laura Cattaneo
Bild Nebelmeer über dem Justistal und dem Thunersee am 24. Oktober
Nebelmeer über dem Justistal und dem Thunersee am 24. Oktober Kurt Niederhauser

Fulminanter Start von Frau Holle

Kaum hatte sich der Nebel gelichtet, war Frau Holle im Anflug. Am 27. und 28. Oktober erlebten wir einen Wintereinbruch, wie er zu dieser Jahreszeit nur selten im Flachland stattfindet. Es kann zwar durchaus schon in der ersten Monatshälfte einmal Schnee bis in tiefe Lagen geben, dass er aber mehrere Zentimeter dick liegen bleibt ist doch die ganz grosse Ausnahme. An einigen Orten wurden Oktoberrekordwerte geschlagen. So lagen am 28. Oktober 8 Zentimeter Neuschnee in Bern. Das war genauso Rekord wie die 33 Zentimeter Gesamtschneehöhe am Montagmorgen in St. Gallen und auch 30 Zentimeter Schnee in Langnau im Emmental bedeuteten dort Oktoberrekord. Es gab aber am letzten Oktoberwochenende nicht nur Schnee, sondern auch grimmige Kälte. In Zürich gab es einen sogenannten Eistag, das heisst, während des ganzen Tages stieg die Temperatur nie über 0 Grad an. Das gab es seit den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts bis jetzt erst 6 Mal. Der Wintereinbruch am vergangenen Wochenende war allerdings nicht der erste Auftritt von Frau Holle. Schon am 15. Oktober gab es zum ersten Mal Flocken bis auf 650 Meter Meereshöhe herunter.

Bild In Niederteufen (AR) gab es am Wochenende rund einen halben Meter Schnee
In Niederteufen (AR) gab es am Wochenende rund einen halben Meter Schnee Esther Schäpper

Trotz allem: Leicht zu warm

Das stete Auf und Ab führte bis am Schluss zu einem leichten Temperaturüberschuss von rund 0,5 bis 1 Grad. Deutlich wärmer war es im Rhonetal und im Südtessin, lokal war dort der Temperaturüberschuss mehr als 1,5 Grad. An den meisten Orten war der Monat zu grau. Ganz übel traf es Basel mit nur rund 70 Prozent der üblichen Oktobersonne. Auch keinen Staat konnte das Tessin als Sonnenstube machen. Dort machte die Sonne 20 bis 30 Stunden Zusatzpause. Insgesamt war es auch zu nass. Auch hier sticht Basel wieder hervor mit einem Faktor 3 bei der Niederschlagsmenge. In St. Gallen und auf dem Säntis betrug die Niederschlagsmenge rund das Doppelte gegenüber dem Durchschnittsoktober. Zu trocken war es dagegen im zentralen Wallis.

Bild Der tief verschneite Pilatus am Montagmorgen
Der tief verschneite Pilatus am Montagmorgen Beat Thaddey

Es bleibt wechselhaft

Das stete Auf und Ab geht auch in den kommenden Tagen weiter. Fronten wechseln sich mit kleinen Zwischenhochs ab, allerdings sieht es zunächst nicht wieder nach absoluten Wetterrekorden aus.