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Das Wetter im September

Nur nichts Beständiges!

Felix Blumer
Freitag, 28. September 2012

Im September erlebten wir einen wilden Wettermix und entsprechend präsentiert sich auch die Monatsstatistik sehr uneinheitlich. Im Norden war es ein halbes, im Süden gut 1 Grad zu warm. Nur im Osten gab es überdurchschnittlich viel Sonnenschein, und an vielen Orten war es auch zu nass.

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Von ruhigem Herbstwetter oder gar Altweibersommer war im September 2012 keine Rede. Meist gab es wechselhaftes Herbstwetter, und die Sonne machte sich an vielen Orten rar. Besonders schlecht sieht die Bilanz in der Nordwestschweiz aus. Vom Waadtländer Jura bis nach Basel gab es meist nur zwischen 60 und 80 Prozent des üblichen Septembersonnenscheins. Aber auch die Südschweiz wurde ihrem Ruf als Sonnenstube der Schweiz nicht wirklich gerecht. In der Regel gab es um 90 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Positiver sieht die Bilanz in den Föhngebieten aus. Im Zentralwallis, im Urnerland und von Chur bis zum Bodensee wurde der Mittelwert wenigstens erreicht, stellenweise sogar um 10 Prozent übertroffen.

Bild Nur selten gab es sonniges Herbstwetter wie hier am Brienzer Rothorn am 17. September
Nur selten gab es sonniges Herbstwetter wie hier am Brienzer Rothorn am 17. September Markus Reber

Nur sporadisch heiss

Der September war zwar in der ganzen Schweiz warm, allerdings hielt sich der Wärmeüberschuss im Norden mit rund einem halben Grad in engen Grenzen. Wärmer war es im Süden mit etwas mehr als einem Grad, bzw. im Mendrisiotto mit rund 1,5 Grad über dem Schnitt. Vor allem um die Monatsmitte wurde es nochmals heiss. Herausragend war dabei das zweite Septemberwochenende. Am Sonntag, 9. September wurden in Genf 28,9 Grad gemessen. Verbreitet wurden an jenem Sonntag Temperaturen von mehr als 25 Grad registriert, also der Wert eines Sommertages. Im Wallis gab es im September stellenweise 10 Tage mit einem Höchstwert von mehr als 25 Grad, dennoch sorgten Kaltphasen wieder für einen Temperaturausgleich.

Bild Beim Aufeinandertreffen von feuchtwarmer Luft mit kalter Luft gab es am 13. September eine Wasserhose über dem Bodensee
Beim Aufeinandertreffen von feuchtwarmer Luft mit kalter Luft gab es am 13. September eine Wasserhose über dem Bodensee Florian Bock

Da zu nass, dort zu trocken

Das Niederschlagsbild präsentiert sich sehr uneinheitlich. An den meisten Orten war es zu nass. Vom südwestlichen Wallis über das Berner Oberland bis in den Raum Basel gab es rund 40 bis 60 Prozent mehr Regen als sonst zu dieser Jahreszeit. Trotz Föhn war es auch in der Zentralschweiz deutlich zu nass. In Luzern gab es sogar 220 Prozent der sonstigen Septemberniederschlagsmenge. Zu trocken war es dagegen von Aarau bis nach Schaffhausen und in weiten Teilen des Kantons Graubünden. Extreme Unterschiede gab es in der Südschweiz. Im Nordtessin und am Lago Maggiore lagen die Niederschlagsmengen um 20 bis 40 Prozent über dem Durchschnitt, während das Luganerseebecken und das Mendrisiotto nur die Hälfte des üblichen Septemberregens bekamen.

Bild Das wechselhafte Wetter brachte auch immer wieder einen Regenbogen hervor, wie hier am 26. September über Heimisbach
Das wechselhafte Wetter brachte auch immer wieder einen Regenbogen hervor, wie hier am 26. September über Heimisbach Christine Hagmann

Zum Schluss noch happig Föhn

Die letzte Septemberwoche war von Föhn gekennzeichnet. Schon am Sonntag und am Montagmorgen gab es über den Alpen einen Föhnsturm. Dieser wurde am Mittwoch noch übertroffen. Vor allem auf den Bergen wurden extreme Spitzen erreicht. Auf dem Piz Martegnas lag der Höchstwert bei 167 Kilometer pro Stunde und auf dem Gütsch ob Andermatt wurden 165 Kilometer pro Stunde registriert. Heftig wütete der Föhn auch in Arosa mit 156 Kilometer pro Stunde. Der Südwind sorgte aber nicht nur auf der Alpennordseite für extreme Spitzen, auch auf der Alpensüdseite sorgte Scirocco für extreme Werte. In Lugano wurde am Mittwochabend sogar eine Orkanböe mit 119 Kilometern pro Stunde verzeichnet.

Bild Die faszinierendste Wolke des ganzen Monats: Punch Hole Cloud über Ascona
Die faszinierendste Wolke des ganzen Monats: Punch Hole Cloud über Ascona Kaspar Hostettler

Altweibersommer und goldener Oktober nicht in Sicht

Auch in der kommenden Woche ist kein stabiles Hoch bei uns zu erkennen. Altweibersommer oder goldener Oktober finden vorerst in der Schweiz nicht statt. Vielmehr geht es wechselhaft und mindestens zeitweise nass in den Oktober.