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Am Samstag ist astronomischer Herbstanfang

Der Herbst beginnt um 16.49 Uhr

Freitag, 21. September 2012

Am Samstagnachmittag um 16.49 Uhr geht aus astronomischer Sicht der Sommer 2012 zu Ende. Von diesem Zeitpunkt an sind die Nächte wieder länger als die Tage. Der Herbst 2012 dauert bis zum kürzesten Tag des Jahres, am 21. Dezember. An diesem Tag um 12.12 Uhr erreicht die Sonne den scheinbar südlichsten Punkt der jährlichen Umlaufbahn.

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Nach rund 94 Tagen, oder ganz genau 93 Tagen 15 Stunden und 40 Minuten, geht der Sommer 2012 am Samstagnachmittag um 16.49 Uhr zu Ende. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne genau senkrecht über dem Äquator und zwar in diesem Jahr knapp nördlich der brasilianischen Küste im Westatlantik. An diesem Punkt steht die Sonne absolut senkrecht und Hindernisse werfen keinen Schatten. Für die Astronomen ist dies der physikalisch definierte Fixpunkt für den Herbstanfang.

Bild Mit dem Herbst kommt auch die Zeit des "Wümmet"
Mit dem Herbst kommt auch die Zeit des "Wümmet" FB

Tag und Nachtgleiche

Am Tag des astronomischen Herbstanfanges sind auf der ganzen Erde Tag und Nacht gleich lang, also je 12 Stunden. Dies gilt unabhängig von der geographischen Breite, also am Äquator genauso wie bei uns oder auch im nördlich gelegenen Skandinavien. Einzig an den Polen stimmt dies nicht. Am Nordpol gibt es einen allmählichen Übergang vom Polartag zur Polarnacht. Dort sinkt die Sonne über Tage langsam unter den Horizont. Dann ist es dort fast ein halbes Jahr Nacht. Am Südpol läuft die Geschichte umgekehrt: Dort geht die Sonne nach einem halben Jahr der Dunkelheit nun langsam wieder auf. An beiden Orten geht dies mit markanten klimatischen Änderungen einher.

Tiefste Temperaturen im Süden, grosse Schmelze im Norden

Am Südpol hat sich die Atmosphäre nach einem halben Jahr der Dunkelheit extrem ausgekühlt. In den letzten Tagen wurden von Wostok in der Antarktis, am Ende des Südwinters, extreme Tiefsttemperaturen gemeldet. So zeigte das Thermometer auf der rund 3500 Meter hoch gelegenen Forschungsstation Werte um -80 Grad. So tiefe Werte kommen selbst in der Antarktis nur alle paar Jahre vor. Umgekehrt in der Gegend des Nordpols: Nach einem halben Jahr nonstop Sonnenlicht sorgt jetzt die Polarnacht für die dringend nötige Abkühlung. In diesem Sommer ist das arktische Meer im Sommer so stark abgeschmolzen wie seit Jahrhunderten nicht mehr. In den letzten Tagen betrug die Eisfläche noch rund 3,4 Mio. Quadratkilometer, was noch ungefähr der Fläche von Indien entspricht. Während der halbjährigen Polarnacht dürfte sich das arktische Meer wieder auf 12 bis 14 Mio. Quadratkilometer ausdehnen. Allerdings ist das einjährige Meereis nicht sehr mächtig, und ist im kommenden Sommer sehr anfällig rasch wieder zu schmelzen.

Bei uns gehen Temperaturen nur langsam zurück

In den gemässigten Breiten geht der Wechsel der Jahreszeiten bedeutend weniger spektakulär über die Bühne als in den Polargebieten, auch wenn die Abnahme der Tageslänge jetzt am stärksten ist. Sie nimmt momentan in der Region Zürich von Tag zu Tag um 3 Minuten und 24 Sekunden ab. Im Hochsommer, zum Zeitpunkt des längsten Tages, oder auch Ende Dezember ändert sich die Tageslänge nur um wenige Sekunden. In der Schweiz gehen die Temperaturen bis zum Ende des Herbstes nur langsam zurück. Auf Grund des mässigenden Einflusses des Atlantiks sinken die Tagesmitteltemperaturen bei uns von rund 14 Grad auf etwa 0 Grad um die Weihnachtszeit. Anders sieht dies im Inneren der Kontinente aus, wo der mässigende Einfluss des Meeres fehlt. So gehen beispielsweise in Urumqi im Nordwesten Chinas, notabene in ähnlicher nördlicher Breite wie die Schweiz gelegen, die Tagesdurchschnittstemperaturen von aktuell +16 bis zum Winteranfang auf -13 Grad zurück. Ähnlich zeigt sich die Abkühlung im Zentrum des amerikanischen Kontinents. In Minneapolis sinken die Mitteltemperaturen von ebenfalls +16 Grad bis zum Herbstende, bzw. zum Winteranfang am 21. Dezember, auf -8 Grad.

(FB)