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Astronomisches Ereignis

Mond bedeckt Jupiter

Thomas Baer, Sternwarte Bülach; Daniela Schmuki
Samstag, 07. Juli 2012

Das Astronomiejahr 2012 bietet uns ein weiteres besonderes Himmelereignis: Nach dem Venustransit vom 6. Juni stehen am 15. Juli 2012 Mond und Jupiter in einer speziellen Konstellation: Die abnehmende Mondsichel schiebt sich zwischen 3:36 und 4:14 Uhr vor den Planeten Jupiter.

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Mondsichel begegnet Jupiter

In einem knappen Monat umkreist der Mond die Erde. Dabei begegnet er regelmässig den Planeten, die sich ebenfalls entlang der scheinbaren jährlichen Sonnenbahn, der Ekliptik, bewegen. Mal zieht er weiter, mal näher an ihnen vorbei. Am kommenden Sonntagmorgen, 15. Juli 2012, kommt es allerdings zu einer seltenen Begegnung zwischen der abnehmenden Mondsichel und Jupiter. Das Paar geht kurz nach 3 Uhr am Nordosthorizont auf. Je höher der Erdtrabant in den morgendlichen Himmel steigt, desto näher rückt er an den hellen Planeten heran. Um 3:36 Uhr geht der Riesenplanet während gut anderthalb Minuten hinter dem hellen Mondrand unter, besonders spektakulär an einem Fernrohr zu beobachten. Aber auch mit freiem Auge kann das allmähliche Verschwinden Jupiters gut verfolgt werden.

Für 35 Minuten kann man den grössten Planeten der Sonnenfamilie nicht mehr sehen. Dafür ist in der Zwischenzeit die noch hellere Venus unterhalb der Mondsichel aufgegangen. Spannend wird es ab 4:14 Uhr, wenn das Jupiterscheibchen am gegenüberliegenden Sonnen abgewandten Mondrand wieder zum Vorschein kommt. An diesem Morgen schimmert selbst die unbeleuchtete Seite des Erdtrabanten schwach im Schein des so genannten Erdlichtes. Wiederum dauert es etwas mehr als eineinhalb Minuten bis Jupiter wieder in seiner vollen Grösse dicht neben der Mondsichel (rechts oben) strahlt.

Seltenes Ereignis

Planetenbedeckungen durch den Mond sind recht seltene Ereignisse, sogar noch rarer als Sonnen- und Mondfinsternisse. Die scheinbare Mondgrösse am Himmel misst nur ein halbes Winkelgrad, deckt also eine extrem kleine Fläche ab. Daher müssen die himmelsmechanischen Verhältnisse exakt zusammen passen. Bis es Jupiter wieder trifft, müssen wir bis zum 30. September 2016 Uhr (19 Uhr) warten (von der Schweiz aus gesehen). Schon am 9. Mai 2013, allerdings bei Tag und daher schwierig zu beobachten, ist Mars an der Reihe. Saturn verschwindet am 25. Oktober 2014 zwischen 18:23 Uhr und 19:15 Uhr hinter dem Mond, die helle Venus am 6. April 2016 vormittags von 9:22 Uhr und 10:16 Uhr.

Ist der Himmel klar?

Am Wochenende liegt weiterhin feuchte Luft über der Schweiz, es gibt wechselhaftes Westwindwetter. In der Nacht auf Sonntag ist der Himmel vor allem im Flachland erst an vielen Orten klar, möglicherweise halten die guten Bedingungen bis zur zweiten Nachthälfte. Allerdings hat es in den Alpen noch einige Restwolken, hier muss an einigen Orten auf das Himmelsereignis verzichtet werden.

In der Sternwarte Bülach können Interessierte auf jeden Fall auf Wetterglück hoffen und das Spektakel unter fachkundiger Anleitung an verschiedenen Fernrohren beobachten.